Aktuelles

steinklang – sternklang
Neue Sommermusiken in der Annakirche
Eine Fortsetzung der bewährten Reihe mit dem faszinierenden Klang von Steininstrumenten.

Wechselnde Besetzung mit Wolfgang Lackerschmid, dem Steinklang Ensemble, Ensemble Schlag3 u.a.

von 28. Juni bis 4. September 2022
täglich 16:15 (ausser 8.8. und 15.8.)

Montags Pause oder Sonderveranstaltungen.
Details in der Tagespresse unter „Konzerte“

Komposition

Steinklang – Geschichte einer Stadt von Wolfgang Lackerschmid

In einer Zeit, in der bislang ungehörte Klänge, das Entstehen neuer Instrumente und deren Spielweise sich vorrangig im Bereich elektronischer und medialer Entwicklung aufzufinden scheinen, geht Wolfgang Lackerschmid einen, mit der Geschichte seiner Wahlheimat Augsburg unverkennbar verbundenen Weg, hin zu archaischen Klängen und Instrumenten aus Stein, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit einer komplett neuen kompositorischen Herangehensweise bedürfen.

Die Komposition „Steinklang – Geschichte einer Stadt“ widmete Lackerschmid dem Römischen Museum und dessen außergewöhnlicher Akustik. Auf Gramorimba, Steinharfe und Steingong wurde diese dort seit 2009 jährlich in den Sommermonaten zum Klingen gebracht. 

Die Werke „Herkules“ und „Merkur“ – einst Auftragsarbeiten für die Augsburger Brunnenfeste – widmete er den im Viermetzhof des Maximilianmuseums beheimateten Brunnenfiguren. 

Media

Tonträger

Wolfgang Lackerschmid

compositions for melodic percussion for solo and trio

featuring SCHLAG3

Bhakti Records BR 80

1 Neue Reisen des Herkules, 1. Satz „Herkules Drumcall“ (Fassung für Steininstrumente)

Aufgenommen am 31. August 2021 in der St. Anna Kirche, Augsburg 

Dieser Zyklus entstand als Auftragskomposition für die Augsburger Brunnennächte 2002 in einer Besetzung für großes Schlagwerk-Ensemble. Neben der Aufführungen open air am namensgebenden Herkules-Brunnen, wurde das Werk auch im römischen Museum der Stadt aufgeführt, welches zum damaligen Zeitpunkt in der Dominikanerkirche beheimatet war. Der dortige lange Hall stellte für die Komposition eine große Herausforderung dar und inspirierte Wolfgang Lackerschmid zu einer auf die Bedingungen des Ortes abgestimmten Komposition für Steininstrumente, die ebenfalls auf dieser CD zu hören ist. —> 6 Steinklang – Geschichte einer Stadt

2 What Bells Can Tell

Aufgenommen am 31. Oktober 2021 im Traumraum Tonstudio, Augsburg

Inspiriert von zuvor improvisierten Fantasien stellte sich Lackerschmid hier einer gleichermaßen kompositorischen wie spielerischen Herausforderung: Das harmonische Konzept von zwei in einer kleinen Sekunde Abstand übereinander geschichteten Quinten kombiniert mit der motorischen weil rhythmischen, und melodischen Unabhängigkeit der linken und rechten Hand. Sowohl in —> 5 Klanghalle als auch in —> 7 Schliessfolgerungen sind erste Elemente dieser Komposition zu entdecken und gelangen nun zu ausgeschriebener Vollendung.

3 Neue Reisen des Herkules, 5. Satz „Hydranova“

Aufgenommen am 27. Mai 2021 im Traumraum Tonstudio

Programmatisch setzt sich Wolfgang Lackerschmid im 5. Satz der „Neuen Reisen des Herkules“ mit dem Element Wasser als Lebenselixier auseinander. Wasser verbindet die Kontinente, Menschen, Kulturen und musikalischen Traditionen, und hält das Leben in immer währendem Fluß. Für das Ensemble Schlag3 überarbeitete Wolfgang Lackerschmid „Hydranova“ zu einer Fassung für Mallet-Trio. 

4 Compadre Peri

Aufgenommen am 27. Mai 2021 im Traumraum Tonstudio, Augsburg

Diese Komposition widmete Wolfgang Lackerschmid seinem langjährigen musikalischen Partner und Freund Peri dos Santos. Dessen sehr eigene Art, Gruß und Verabschiedung auszudrücken, wird hier in melodischen und rhythmischen (7/8, 9/4) Assoziationen verarbeitet. 

5 Klanghalle

Live-Aufnahme eines Konzertes am 22. September 2009 im H2 Zentrum für Gegenwartskunst

Mit diesem Solo am Gramorimba bildet Lackerschmid die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Instruments ab und kostet die Möglichkeiten der präzise gestimmten Steinplatten sowohl perkussiv als auch harmonisch und melodisch aus. Einige der im Live-Konzert spontan entstandenen Passagen werden bei —> 2 What Bells Can Tell kompositorisch ausgearbeitet. 

6 Steinklang – Geschichte einer Stadt

Aufgenommen am 31. August 2021 in der St. Anna Kirche, Augsburg

Diese Komposition für Steininstrumente widmete Lackerschmid dem Römischen Museum Augsburg und dessen außergewöhnlicher Akustik. Seit der Uraufführung 2009 etablierte sich eine allsommerliche Steinklang-Konzertreihe mit wechselnden Spielorten innerhalb der Stadt. Entwickelt von Instrumenten-Bauer Rudolf Fritsche (CH) stellten diese neuen Instrumente für Lackerschmid eine willkommene künstlerische Herausforderung in der Kreation neuer Spieltechniken und klanglicher Ausdrucksformen dar. 

7 Schliessfolgerungen, 2. Satz „Nonsolut“

Aufnahme am 22. März 2021 im Abraxas Theater Augsburg. Auf Einladung von Jetzt:Musik! – Augsburger Gesellschaft für Neue Musik entlud sich bei dieser Produktion die in Wolfgang Lackerschmid angestaute Kreativität auf dem Fünf-Oktaven Marimbaphon in einer Kaskade aus Motiven und Stimmungen. Der Titel dieser Fantasie bezieht sich dabei auf die Zeit der geschlossenen Veranstaltungsorte und deren Auswirkungen auf die Musikschaffenden. 

8 Neue Reisen des Herkules, 1. Satz „Herkules Drumcall“ (Fassung für Pauken)

Aufgenommen am 27. Mai 2021 im Traumraum Tonstudio, Augsburg.

Den Abschluss dieser CD macht eine Reprise des ersten Titels, in der Fassung für zwei Pauken und Große Trommel. 

Wolfgang Lackerschmid

STEINKLANG

CD & DVD

Bhakti Records BR 52

Wolfgang Lackerschmid schrieb dem Steingong, der Steinharfe und der Gramorimba zwei Werke auf den Leib: „Herkules Drumcall“ und „Steinklang“ (gespielt von Studenten des Leopold Mozart Zentrums Augsburg), ist aber auf dieser CD mit dem Werk „Transparenz“ für Gramorimba Solo auch selbst zu hören.

Um den neuartigen Instrumenten auch eine visuelle Plattform zu geben, ist der CD eine DVD mit einer Liveaufführung des Werkes „Steinklang“ beigefügt.

Presse

Stimmen zur Uraufführung im Römischen Museum Juli 2009:

...Antike Säulen, Skulpturen und Schmuckstücke aus römischer Zeit und das hohe, hallende Sakralgebäude erzeugen eine meditativ-zeremonielle Atmosphäre, die weniger vom Zusammenwirken, als vielmehr vom gegensätzlichen Aufeinandertreffen der verschiedenen Elemente lebt. Das paradoxe Ergebnis ist, dass man sich in Augsburg selten so modern, so am Puls der Zeit, so großstädtisch fühlt, wie in den intensiven musikalischen Momenten dieses Nachmittags inmitten der steinerne Zeugen einer zweitausendjährigen Geschichte...Die ehemalige Kirche in der Dominikanergasse jedenfalls ist ein unglaublich intensiver Klangraum – die schwebenden Töne der Steininstrumente werden wieder und wieder von den Wänden zurückgeworfen und sorgen für nie gehörte akustische Sensationen: Manchmal scheint der singende Ton direkt im Ohr zu entstehen, selten hat man Musik so körperlich als einen unmittelbaren Kitzel am Trommelfell empfunden... | Frank Heindl - DAZ
Wie schafft man es, tief zu den historischen Wurzeln einer Stadt hinunterzusteigen, ihre Vergangenheit zu betrachten und sie aus ihrer Geschichte zu definieren und gleichzeitig ihr innovatives Potenzial zukunftsorientiert ins Treffen zu führen? – eine Frage, die immer wieder auftaucht, wenn es gilt, historische Städte ins rechte aktuelle Licht zu setzen. Wolfgang Lackerschmid und Rudolf Fritsche haben für das 2000jährige Augsburg eine Antwort gefunden und gleichzeitig gezeigt, dass es auch auf musikalischem Gebiet immer noch etwas Neues unter der Sonne gibt. Mit großer Dankbarkeit schaue ich auf diese Komposition, die mehr ist als eine solche, die Menschen hineinführt in die Wahrnehmung ihrer Geschichte und sie gleichzeitig hinausführt in die Welt der Zukunft, wo alles offen und neu gestaltbar ist. Und die eine Brücke schlägt zur jungen Generation... CD und DVD haben einen Augenblick dieser Klangentwicklungen eingefangen, dokumentiert, festgehalten für die Erinnerung...  Es ist ein außerordentlich kostbares Geschenk für die 2000jährige Stadt, ihre Bürger und Besucher, ein Geschenk, das man weiterschenken kann. Ein Geschenk zum Staunen, Forschen und Freuen. | Peter Grab - Bürgermeister und Kultur- und Sportreferent zur Pressekonferenz mit Präsentation der CD/DVD „Steinklang“